30. Januar 2010

Die Entmystifizierung der astrologischen Struktureinheiten zu einem funktionalen System

Filed under: Allgemein — Tierkreiszeichen @ 20:17

Die klassische Astrologie krankt an einer Unausgewogenheit der Anzahl ihrer Planeten – im traditionellen Verständnis sind es zehn – und der den Tierkreis ausmachenden zwölf Tierkreiszeichen. Neuere Strömungen haben deswegen schon weitere Planeten miteinbezogen in die Deutung, so zum Beispiel einen Planeten namens Chiron, der als Heilerplanet gehandelt wird, dessen thematische Ausrichtung den Besitz von spirituellen Heilungskräften unterstellt.

Planeten symbolisieren vereinbarungsgemäß personale Kräfte, die ein Mensch per Geburtsrecht vom Schicksal zugeteilt bekommen.  Von diesen Kräften gibt es eine „Grundausstattung“, die jedem Menschen zusteht, darüber hinaus gibt es Sonderausstattungen, die das Grundausstattungsmodell in Form von Einzelbegabungen überragen, die aber eben nicht zur Grundausstattung gehören, wie man unschwer daran ablesen kann, dass es nicht eben viele spirituelle Heiler gibt.  Es ist einfach nicht jedem gegeben, und es ist unrealistisch, vom Gegenteil auszugehen.  Deswegen ist die Übernahme des Planeten „Chiron“ in die allgemeine Horoskopdeutung nicht wirklich sinnvoll, denn sie weckt falsche Hoffnung, weil zwar jeder Mensch in seinem Horoskop einen Chiron zu stehen hat, aber längst nicht jeder auch mit spirituellen Heilungskräften ausgestattet ist.  Das anzuerkennen fällt vielen von „Chiron“ Überzeugten schwer.

Planeten sind tote Himmelskörper, auch wenn die Anhänger der magischen Astrologievorstellung das Gegenteil behaupten, weil sie ihre Planeten zu „lebendigen Wesen“ hochstilisieren, ihnen in dieser Überhöhung gottgleiche Qualitäten zuerkennen, indem sie unterstellen, dass von diesen toten Himmelkörpern wirksame Einflüsse auf den Menschen ausgeübt werden.  Die Aspektlehre und die Lehre von den aktivierenden und deaktivierenden Konstellationen der wanderungsaktiven Planeten zeugen hiervon.  Bei nüchterner Betrachtung muss man dieser Richtung leider realitätsfernen Aberglauben und Verhaftung in einer kindlichen Magiewelt attestieren.  Hier sind auch die Gründe zu suchen, warum die Astrologie bei intellektuell kritischen Realitätsorientierten so in Verruch gekommen ist, weil diese naiven Fehlverständnisse dem merkantilen Missbrauch durch Trivialastrologen in den Zeitungen Tor und Tür öffnen.  Manch erfolgreicher Trivialastrologe verdient auf diese Weise durch die Zeitungshoroskope mehr Geld, als er Unsinn zu verkünden in der Lage ist.

Statt Planeten zu rekrutieren ohne allgemein verwendbaren Gebrauchswert, wie den oben zitieren Chiron, macht es mehr Sinn, solche in das Zwölferschema aufzunehmen, denen man allgemeinverbindliche Kräftezuteilungen zuweist, die auch wirklich jeder Mensch als Basisgrundausstattung sein Eigen nennen darf.  In diesem Sinne sind in diesem Astrologiesystem zwei Planeten neu hinzugekommen, denen man als reale Monde von Jupiter und Venus astronomische Existenz zuerkennen muss.  Dem Mond der Venus als Planet der biologischen Liebesfähigkeit wurde deswegen das Ausstattungsmerkmal „produktive Fruchtbarkeit, Produktivität oder produktiver Erfolg“ zuerkannt, während ein Mond des Jupiter, der Planet des ideellen Erfolges, der Seelenbegabung, des inneren Reichtums und der Befriedigung mit dem Ausstattungsmerkmal der „kreativen Fruchtbarkeit, der Kreativität, kurz Erfindergeist“ belegt wurde. So erhielt der Mond der Venus den Namen „Virginia“ und der hier verwendete Mond der Jupiter den Namen „Athenia“.  Virginia und Athenia mögen astronomisch anders heißen, was für dieses System unerheblich ist.  Wichtig ist ihre Lage zu ihren jeweiligen Hauptplaneten, nämlich jeweils ein Grad oberhalb davon  Steht Venus auf 1° Widder, so wird Virginia auf 2° Widder platziert, und dasselbe gilt für Jupiter und Athenia.

Die Integration dieser beiden kleinen Monde als Trabanten-Planeten von Venus und Jupiter ist für dieses hier vorgestellte Astrologiesystem sehr produktiv und hilfreich.  Der hiermit arbeitende Astrologe wird merken, dass die damit sich öffnenden Aussagen durchweg konstruktiv und weiterführend sind.  Und vor allem gibt es durch diese Hilfskonstruktion ein ausgeglichenes Zahlenverhältnis zwischen Tierkreiszeichen und Planeten, jeweils zwölf.

Eine weitere Neuheit in diesem System ist die Verdeutlichung der Konturen aller hierin verwendeten Struktureinheiten, die in den Altsystemen bis zur völligen Unkenntlichkeit ausgewalzt worden sind.  Mit wenigen überschaubaren Worten wurden die Bedeutungen der Planeten, der Tierkreiszeichen und der Häuser präzisiert, so dass auch die Zuordnung der Planeten zu den Tierkreiszeichen jetzt den Gesetzen der Logik folgt und nicht der schwammigen Willkür eines unpräzise formulierten Systems.

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