20. März 2011
Der Sinn suchende Mensch hat in seiner höchsten geistigen Leistungserbringung die Philosophie erdacht, die das intellektuelle Gegenstück zur Religion darstellt. Auch hier sucht der Mensch nach Sinngebung, die er aber nicht erwartet von einer religiösen Überinstanz, die man auch „Gott“ nennt. Hier bemüht er seinen eigenen Verstand, um Antworten zu finden auf die Grundsatzfragen des Lebens. Dabei ist das höchste Ziel der eigene Erkenntniswert und nicht die persönliche Antwort aus einem „Du“, das außerhalb des menschlichen Denkens vermutet wird. Um Erkenntnis aus sich selbst heraus zu erringen, bedarf es der Verwendung von intellektueller Technik, in diesem Falle des logischen Denkens, das man kreisen lässt um Fragen des sozialen und moralischen Verhaltens des Menschen. Optimierung desselben ist eins der dabei anvisierten Ziele. Weiterlesen
19. März 2011
Der rastlose Mensch sehnt sich nach Erfüllung und nach Ruhe, in welcher er innehalten und in sich hinein lauschen kann. Er hatte so viel Erfolge auf der materiellen Ebene eingefahren, aber er kann sich seelisch nicht einlassen, weil er nicht weiß, wohin er gehört. Obwohl er schon der Liebe begegnet war als erster spiritueller Basiserfahrung, hört die Sehnsucht nicht auf, das Objekt der Liebe nicht nur im irdischen Partner zu erfahren, sondern auf einer höheren Oktave zur Transzendenzerfahrung werden zu lassen. Da der Weg dorthin unbekannt ist, braucht man einen geistigen Führer, der den Weg kennt und den Menschen sicher geleitet in die Sphäre seines Begehrens. In diesem Begehren spricht der Mensch die spirituelle Dimension persönlich an und vermenschlicht sie damit. In diesem Augenblick wird Gott für den Menschen geboren. Weiterlesen
17. März 2011
Der Erfolg verwöhnte Mensch muss lernen, auch einmal Niederlagen einzustecken, wenn ihm etwas ganz und gar nicht gelungen ist durch eigenes Verschulden. Das fällt ihm naturgemäß am allerschwersten, weshalb er sich ein reichhaltiges Repertoir an Gegenargumenten ausgedacht hat, wenn es darum geht, zuzugeben, dass er im Unrecht war. Der so Agierende ist leicht erkennbar als notorischer Rechthaber und Besserwisser. Weiterlesen
16. März 2011
Der zielorientierte Mensch scheut sich nicht, alle seine ihm zur Verfügung stehenden Kräfte einzusetzen, um seiner Verwirklichung näher zu kommen. Dabei ist dem der Erfolg sicher, der die meisten Kräfte zu mobilisieren vermag. Die Stoßkraft ist immer dann am größten, wenn der Stoß getragen wird von naturhafter Triebgewalt, welche der Kreatur und dem Menschen als Aggressivität zur Verfügung steht. Erfolge, die hierauf beruhen, sind körperlich abgesichert, aber seelisch instabil. Deshalb schwindet auch schnell die Lust am gewaltsam Erzwungenen. Weiterlesen
13. März 2011
Der Mensch möchte selbst bestimmen, was er tut und was nicht. Nichts ist ihm lästiger, als gegängelt zu werden von einer ihm vorgesetzten Instanz, ganz gleich, wer das auch ist. Selbstbestimmung ist jedoch nur möglich, wenn die Fähigkeit zur zielgerechten Selbstverwaltung vorhanden ist mit einer sinnvollen Verwirklichung eigenen Tuns. Der Trieb zur Selbstbehauptung ist in der Pubertät am größten, wenn gleichzeitig die Einsichtsfähigkeit in die Notwendigkeit noch unterentwickelt ist, was naturgemäß zu Spannungen innerhalb der Familie oder der Generationenkonfrontation auf allen Ebenen führt. Erst eigenes Scheitern lässt die Einsichtsfähigkeit in die Notwendigkeit wachsen und die Bereitschaft zur Egoismusüberwindung entstehen. Weiterlesen
10. März 2011
Die menschliche Seele liebt nichts so sehr wie das Vergnügen. Steht ein Berg unerledigter Arbeit dem entgegen, so muss sie sich sehr beherrschen, um nicht auszuweichen und dem Vergnügen den Vorzug zu geben vor ihren unerledigten Aufgaben. Aber der Mensch ist nun mal drauf angewiesen, für sich selbst und für seine unterstützungsbedürftigen Familienmitglieder zu sorgen, damit sie keine Not leiden und satt werden. Weiterlesen
7. März 2011
Die menschliche Seele ist die zentrale Existenz des menschlichen Seins. Ohne Seele gibt es kein Leben, die Kreatur wäre damit reduziert auf eine Anhäufung von pulsierenden Einzelzellen ohne Entwicklungsfähigkeit zum differenzierteren Leben. Dafür, dass man der Seele so viel Potenzial zutraut, ist es erstaunlich, dass man sie noch nicht hat dingfest machen können. Weiterlesen
5. März 2011
Der Mensch unterscheidet sich von der übrigen Kreatur durch seinen ungewöhnlich hoch entwickelten Verstand. Dieser ist so beschaffen, dass er die gesamte tierische Kreatur überragt. Begabung verpflichtet, weshalb der Mensch jede Anstrengung unternehmen muss, seine Geistesgaben zu trainieren, damit der unausgereifte Verstand des Kindes zu einem geschliffenen Diamanten wird, das menschliche Merkmal gegenüber der Tierwelt. Weiterlesen
2. März 2011
Die wichtigste Erfahrung für jeden Menschen ist seine Familie. Wird er ihrer durch was immer für Umstände beraubt, so kränkelt er für den Rest seines Lebens seelisch dahin, ohne sich je richtig davon zu erholen. Deshalb braucht jedes Kind zumindest elternähnliche Bezugspersonen, die ihm den Start ins Leben erleichtern. Der ganz junge Mensch muss sich fallen lassen können in eine bedingungslose Geborgenheit, ohne nachzudenken, weil diese Geborgenheit seiner Seele das Urvertrauen gibt, das sie braucht, um angstfrei zu reifen, damit sie wiederum diese Freiheit von Angst später weitergeben kann an ihre eigenen Kinder. Die Elternschaft ist also die wichtigste Basis, um das gesunde Fortkommen der Menschheit zu sichern. Weiterlesen